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Читайте обо мне по немецки! Süddeutsche Zeitung Wortwechsel Viagra für Putin Der Anfang war reiner Zufall, so wie die inzwischen unsterbliche Zeile Gerhard Schröders „Hol’ mir mal ’n Bier“. Vier Jahre ist es her, dass der russische Journalist Sergej Dorenko sagte: „Putin und allein Putin“ und Alexej Wischnja spürte: „Das ist Rap.“ Der Komponist Wischnja, der einst für den Rockstar Viktor Zoj arrangierte, experimentierte ein wenig und fertig war der erste russische „Polittechno“. Seither hat er den Aufstieg Putins aufmerksam begleitet und herausgekommen sind zwanzig Tracks, die er nun auf seinem Album „Viagra für Putin“ vorstellt. Noch ist die Platte zwar nicht im Handel, wurde aber im Internet unter alexcherry.spb.ru in zehn Tagen 100 000 Mal angeklickt. Das Album enthält unsterbliche Songs wie „Techno Woman oder Ja jemu dala – Ich hab’s ihm gegeben“, einen Satz, den die Vize-Vorsitzende der Duma, Irina Chakamada, nach einem Gespräch mit dem Präsidenten prägte. Besonders stolz aber ist Wischnja auf den jüngsten Song: „Chodor“, ein Stück über den Yukos-Skandal mit einer durchaus heiteren Melodie, über die Wischnja Sätze klappern lässt, die längst historisch sind: Putins eiskaltes „Ich bitte darum, die Hysterie in dieser Sache zu beenden“ zum Beispiel oder das endlose „Das ist nicht wahr. Ist nicht wahr. Nicht wahr. Nicht wahr“ des Wirtschaftsliberalen Anatolij Tschubais, der als nächstes Opfer der Säuberungen gilt. Ob es eine Zensur gegeben habe, fragte die Zeitung Iswestija. Die Zensur sei in diesem Land verboten, antwortete Wischnja weise, aber einen Satz habe er doch herausschneiden müssen. Jene Passage, in der die Politiker im Chor sprechsingen: „Und warum?“ |
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